Vom 15. bis 25. Mai 2025 wurde die Geschichte des Bauernkriegs in Oberschwaben lebendig – und ich war mittendrin! Als Tontechniker für das Theaterprojekt der Dollinger Realschule hatte ich die spannende Aufgabe, Chor, Orchester und Schauspieler*innen perfekt zu verstärken, und das über mehrere historische Spielstätten hinweg.

🎤 Das Equipment

Damit alles klanglich rund lief, habe ich größtenteils Mikrofone der Sennheiser ew 100 Serie genutzt, sowohl G3 als auch G4 Modelle aber auch Shure, Beyerdynamic und the t.bone war dabei, da dieses Equipment teilweise in der Dolli schon bestand:

  • 12 Headsets für die Schauspieler*innen
  • 8 Funkmikrofone
  • 11 Kabelmikrofone
  • 1 Keyboard

Gesteuert wurde alles über ein Behringer X32, bei dem jeder Kanal sorgfältig geplant war – am Ende waren alle Kanäle belegt. Digital von der Bühne abgeholt mit 2x S16 Stageboxen und einer Cat Leitung.

Die PA bestand aus RCF ART 712-A Tops und RCF SUB 8003-AS II Subwoofern, die die große Bühnenbreite und das Laufsteg-Design problemlos abdeckten. Für den Nahbereich im Publikum kamen Nearfills von 2x db b-Hype 12 und 2x db b-Hype 8 zum Einsatz. Da die Hörner bei beiden Sets identisch sind, konnte die Sprache immer klar und verständlich ans Publikum weitergegeben werden – wirklich jeder konnte alles verstehen.

Besonders knifflig war, dass die Schauspieler*innen von überall auf der Bühne kamen. Ich hatte daher Unterstützung von Dustin, der mit seinem iPad dort saß, wo ich nichts sehen konnte. Über Funkgerät haben wir kommuniziert, und Dustin konnte das X32 komplett fernsteuern, sodass wir jederzeit flexibel auf Bewegungen, Bühnenwechsel und spontane Anpassungen reagieren konnten.

🎶 Klangliche Feinheiten

Neben der reinen Verstärkung habe ich Effekte eingesetzt, z. B. Hall beim Chor, um den Raumklang lebendig wirken zu lassen. Auch der Radiomoderator-Sound wurde mit speziellen Effekten crispy und warm gestaltet, damit er sich deutlich vom übrigen Klangbild abhob.

Jede Aufführung war anders: Die Akustik der historischen Spielstätten erforderte, dass Fehlerfrequenzen immer wieder ausgemessen und rausgenommen wurden. Die Lautsprecherpositionen wurden je nach Bühnenaufbau neu angepasst. Flexibilität war das A und O.

🎬 Unterstützung durch bcMedia e. V.

Unser Verein übernahm nicht nur die Tontechnik, sondern kümmerte sich auch um Licht, Videoaufnahmen und die Erstellung eines Behind-the-Scenes-Videos. So konnte das Projekt nicht nur live, sondern auch in der Gesamtfassung dokumentiert werden. Die Technik musste dabei mobil, einfach auf- und abzubauen und leicht transportierbar sein, alles Equipment war deshalb in Cases verpackt.

🏰 Historische Kulissen

Ein besonderes Highlight waren die verschiedenen historischen Spielstätten: von der Aula der Dollinger Realschule über den Museumshof bis zur Klosterkirche Heggbach. Jede Location brachte ihre eigenen Herausforderungen mit sich, aber auch eine einzigartige Atmosphäre, die das Stück noch lebendiger machte. Die Kombination aus Bühnenbild, historischen Gebäuden und akustischer Anpassung verlieh dem Projekt einen echten Wow-Effekt.

🎉 Fazit

Es war eine anspruchsvolle, aber unglaublich lohnende Erfahrung. Historische Kulissen, ein riesiger Chor, Orchester, ein Laufsteg-Design – die Mischung war herausfordernd, aber hat am Ende fantastisch funktioniert. Die Zusammenarbeit mit Dustin, den Schülerinnen und dem gesamten Team von bcMedia e. V. hat gezeigt, wie viel Leidenschaft, Organisation und technisches Know-how hinter so einem Theaterprojekt stecken. Jede Aufführung war ein kleines Meisterwerk – und die technische Umsetzung hat dazu beigetragen, dass Publikum, Chor und Schauspielerinnen perfekt zusammenkamen.